Philosophie des Schmuck Handwerks

Philosophie des Schmuck Handwerks

Die Welt will berührt werden.

Berühren, verändern, bewegen, gestalten. Die Welt wartet nur auf uns. Und wir haben die Macht, die Kraft, die Freude und den Willen mit ihr zu spielen. Man kann das Arbeit nennen. Ich würde es lieber Leben nennen. Mensch-sein. Denn erst, wenn wir spüren, dass wir wirksam sind, dass wir einen Unterschied machen können, können wir uns wirklich lebendig fühlen. Wir sind nicht ausgeliefert, nicht hilflos. Im Gegenteil: Wir können aktiv werden, das ändern, was uns nicht gefällt.

Handwerk ist lebendige Veränderung

Genau das ist es, was uns am Handwerk so fasziniert. Es ist mehr als eine bloße Beschäftigung. Es ist eine Art zur Welt zu stehen. Eine Welt voller Dinge, die beweglich sind, die nur auf unser Zutun warten. Dieses arbeitende Leben ruft nach dem Material, den Ressourcen. Und die antworten.

Ein Horizont der Möglichkeiten

Der Soziologe Hartmut Rosa schreibt: „Sei es das Kneten des Teiges in der Bäckerei, das Sägen der Bretter in der Zimmerei, die Bearbeitung des Erdreichs in der Gärtnerei, das Beschreiben des Papiers in der Schreibwerkstatt oder die Deutung eines Experimentes im Chemielabor – es erzeugt eine je eigene Dingresonanz.“ Eine Dingresonanz. Das versteht Rosa als einen Möglichkeitshorizont, den das Material auftut. Möglichkeiten also, die durch die Beschaffenheit des Stoffes entstehen.

Goldene Chancen

Das Gold, das wir verwenden, spricht zu uns. Auf seine Art. Es eröffnet seinen eigenen Horizont. Ohne das Recycling Gold kann es demnach überhaupt kein Schmuckstück von Maren Jewellery geben. Denn es ist nicht allein die künstlerische Schaffenskraft, nicht die Idee an sich, die zum Schmuckstück führt, sondern alles beginnt im Material.

Geist, Gold und mehr

Das Material legt bereits den Wunsch an, das Beste daraus zu machen. Der Glanz, der Geruch und nicht zuletzt das Wissen darum, was andere schon aus Gold geschaffen haben legen eine Linie am Horizont an, die verschoben werden möchte: durch die eigenen Möglichkeiten. Dann beginnt die Frage: Was kann mein Geist, mein Können, meine Leidenschaft im Zusammenspiel mit diesem Stoff erzeugen?

Das sprechende Material

Rosa: „Zwischen Pflanzen und Gärtnern, zwischen Büchern und Gelehrten, zwischen Brettern und Schreinern, Teig und Bäckern, Geige und Geiger bilden sich genuine Antwortbeziehungen in dem für resonante Weltbeziehungen charakteristischen Sinn heraus.“ Der Stoff, mit dem der Handwerker arbeitet, scheint ihm entgegenzukommen, zu antworten. Material, Werkzeug, Hand. Eine fast magische Beziehung.

Unsere Aufgabe

Die Welt fordert uns heraus: zur Veränderung. Ihre Dinglichkeit ist eine Aufforderung: Hand anzulegen. Die konstante Veränderung der Welt eine Aufgabe: Einfluss auszuüben. Wir haben Hände und die Welt Material. Machen wir was draus.

Written by: Moritz Hackl

Moritz ist Texter, Blogger und Journalist und lebt in München.
Am liebsten schreibt er über die schönen Dinge des Lebens -
wie zum Beispiel über nachhaltigen Schmuck.