Scheideanstalt C. Hafner

Scheideanstalt C. Hafner

Meet the maker

Gold. Ein Wort, das seit jeher mit einer starken Sehnsucht verschmolzen ist. Einer Sehnsucht nach einem besseren Leben, nach Reichtum, Sorglosigkeit und nach Schönheit. Ein Wort, das nach Abenteuern lechtzt. Nach Wegen durch Felsen, nach neuem Leben, nach Liebe.

Anhänger

Das rote Haus

In Pforzheim steht ein rotes Haus. Und wäre dies ein Märchen, würde in diesem Haus ein Zauberer, ein Magier wohnen, der es verstünde Dingen Leben einzuhauchen, ihnen eine zweite, dritte und vierte Chance zu geben. Denn das rote Haus in Pforzheim ist eine Scheideanstalt. Es gehört der Familie Hafner und darin brodeln Säuren in Glaskolben, sogenannten Reaktoren. Menschen tragen Schutzbrillen und Mundschutz. Denn hier liegt etwas in der Luft. Gold.

Chafner

Vergoldetes Arbeiten

Doch dieses Gold, das hier den Alltag der Arbeiter*innen, der Chemiker*innen, der Menschen bestimmt, ist ein modernes Gold, das mit den alten Erzählungen lediglich den unsterblichen Glanz gemein hat. Denn es ist Gold, das nicht neu gewonnen werden muss, das die Abscheulichkeiten der Minen hinter sich gelassen hat und stattdessen im Einklang mit der Umwelt aufbereitet wird. Hier wird aus altem Gold neues Gold.

Arbeitsplatz

Kompliziertes ganz einfach

Wie das funktioniert? „Ganz einfach“, sagt Dr. Michael Huber, Chemiker bei C. Hafner. Und dann erklärt er mit leuchtenden Augen Prozesse, die alles andere als einfach sind. Am Anfang ist das Scheidgut. So nennt sich das Gold, das bereits ein Leben hinter sich hat und verarbeitet ist mit anderen Materialien. Dazu zählen unter anderem Gold- und Feilungsabfälle, Altgold und ausgedienter Zahnersatz. Und weil Gold schon immer erst durch Reinheit besticht, muss erst der Edelmetallgehalt des Scheidguts ermittelt werden. Dafür wird es gewogen und dann eingeschmolzen, sodass sich das Edelmetall homogenisiert. So nennt man es, wenn sich Gleiches zu Gleichem gesellt. In diesem Fall: Gold zu Gold. Aus dem, was der Feuerprobe Stand hält, werden Barren gegossen, denen wiederum Proben entnommen werden, die zur Analyse eingewogen werden. Dabei werden die Proben mit Blei quartiert. Das Blei nimmt die Edelmetalle im Schmelztiegel auf, um sich dann in der Hitze zu verflüchtigen. Zurück bleibt das Edelmetallkorn.

Handschuh

Das goldene Korn

Das Korn wird gehämmert und gewalzt und: geschieden. So kann der Edelmetallgehalt der Probe ermittelt werden. Die Kund*innen von C. Hafner bekommen dann aufgrund der Analyse der Reinheit des Goldes vergütet. Jetzt erst beginnt der eigentliche Scheideprozess – das Trennen oder eben Scheiden der Edelmetalle. In Königswasser löst sich das Scheidgut auf. Und wie von Zauberhand trennen sich die verschiedenen Edelmetalle, die im Scheidgut enthalten sind, voneinander und lassen sich rein zurückgewinnen: Palladium, Platin und eben Gold. Natürlich sprechen Profis, wie Michael Huber, nicht von Zauberei. Aber so ist das eben: Für Magier ist Zauberei ein Handwerk. Dr. Huber nennt seine Magie: Chemie. Am Ende des Gold-Scheide-Prozesses steht reiner Goldschwamm. Diesen schmelzt Herr Dr. Huber mit seinen Kolleg*innen ein, granuliert es und das Ergebnis lässt sich sehen: Feingold mit 99,99 prozentiger Reinheit.

Familienunternehmen

C. Hafner ist ein Familienunternehmen. Und das seit 1850. 170 Jahre Familie mit in etwa 240 Mitarbeiter*innen – wie das funktioniert? Frau Hafner sagt: „Wir sind nicht nur ein Familienunternehmen, das gewachsen ist, wir denken in Generationen.“ Sie ist gemeinsam mit ihrem Cousin Dr. Philipp Reisert Geschäftsführerin in fünfter Generation. Das birgt nicht nur den Wunsch, weiter zu machen, sondern auch den Wunsch, voran zu kommen. Und das tut C. Hafner. Mitarbeiter*innen sind hier mehr als bloß Kolleg*innen. Sie sind Freund*innen. Sie feiern gemeinsam Geburtstage und Hochzeiten. Aus Kolleg*innen werden Paare, aus Paaren Eheleute. Genau daran merkt man: Manchmal ist der Beruf eine Berufung, manchmal auch weit mehr als das.

Deshalb haben wir uns für C. Hafner entschieden

Und genau deshalb haben wir uns für das Gold von C. Hafner entschieden. Hier passt nicht nur das emotionale Setting zu unserem Unternehmenskonzept, sondern auch das, was das Familienunternehmen für unsere Zukunft, unsere Erde tut: Denn hier wird aus Tradition auf recyceltes Gold gesetzt.

„Aus Tradition: Die Verarbeitung von Edelmetallen aller Art der expandierenden Schmuck- und Uhrenindustrie führte bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Verfahren der Wiederaufarbeitung dieser wertvollen Rohstoffe. Carl Hafner erkannte früh das Potenzial und gründete das Unternehmen als sog. „Kehretspräparation“, also der Rückgewinnung von Edelmetallen aus Verarbeitungsabfällen.

In unserer 170 jährigen Firmengeschichte lag der Fokus also schon immer auf dem Recycling von Edelmetallen und wurde technologisch ständig weiterentwickelt. So bauten wir bereits in den 90er Jahren eine Recyclinganlage, die schon damals die Anforderungen an Natur und Umwelt weit übertroffen hat und die heute die Basis für die CO2-Neutralität unserer Prozesse ist.“

Hier trifft Tradition auf Expertise. Und auf Klimaneutralität. Denn das Gold von C. Hafner wird klimaschonend produziert und das CO2, das nach umfänglichen Optimierungen in Herstellungsprozessen noch ausgestoßen wird, gleicht das Unternehmen aus. „Die Gewinnung von Edelmetallen aus Minen ging bislang mit Bildern von verwüsteten Landschaften, unkontrollierten Chemikalieneinsatz und schlechten Arbeitsbedingungen einher. Eine Studie des INEC-Institutes hat nun erstmals die CO2-Bilanz von recyceltem Gold ermittelt. Das Ergebnis war beeindruckend: Die Gewinnung von Edelmetallen aus Sekundärmaterial emittiert bis zu 99,8% weniger CO2 als das aus Minengold. Dies war für uns der Anlass, auch den letzten Schritt zu gehen und unseren Recyclingprozess CO2-neutral zu stellen.“

Maren Jewellery und C. Hafner – das passt zusammen. Gemeinsam kämpfen wir für Schmuck und Schönheit im Einklang mit der Natur. Schmuck mit Zukunft. Oder um es in den Worten von C. Hafner zu sagen: „So, wie wir Vorreiter bei den Scheideanstalten sind, sehen wir auch Maren Jewellery als einen der Vorreiter in der Schmuckbranche. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“

Chafner

Written by: Moritz Hackl

Moritz ist Texter, Blogger und Journalist und lebt in München.
Am liebsten schreibt er über die schönen Dinge des Lebens -
wie zum Beispiel über nachhaltigen Schmuck.